Während an der Börse bereits jetzt die Angst umgeht – der DAX ist massiv eingebrochen – erwartet die Commerzbank im kommenden Winter eine Rezession in der gesamten Eurozone. Grund hierfür seien die hohen Belastungen, die durch die anhaltende Schuldenkrise ausgelöst werden. So äußerte sich der Chefvolkswirt der zweitgrößten deutschen Privatbank, Jörg Kramer heute in Frankfurt.
In einem Pressegespräch sagte Krämer: „Ich bin immer weniger der Meinung, dass wir es mit einer bloßen Wachstumsverlangsamung in der Eurozone zu tun haben“. Und weiter: „Es entsteht der Eindruck, dass sich die Staatsschuldenkrise wie Mehltau über den Konjunkturausblick legt.“
Die Wirtschaft der Eurozone wird im 4. Quartal 2011 sowie im 1. Quartal 2012 um jeweils 0,1 % sinken, so die Commerzbank. Allerdings wird der Standort Deutschland infolge seiner sehr guten Wettbewerbsfähigkeit in keine Rezession schlittern. Grund hierfür ist die höhere Grundgeschwindigkeit.
Auch die stabilen Lohnstückkosten seit Beginn der Euroeinführung tragen hierzu bei. Das sieht in anderen Ländern wesentlich ungünstiger aus. Im Hinblick auf das gesamte Jahr 2012 wird von den Experten der Commerzbank eine Stagnation für die Wirtschaft in der Eurozone erwartet. Die Wachstumsprognose für das Jahr 2012 wurde von 1,5 % auf 0,8 % gesenkt.